Samstag, 22.11., 18:00, Uni-Aula
Gegenlich präsentiert:
"Delitiae Italiae. Oh, wie wird mich nach der Sunnen frieren, hier bin ich
Her, daheim ein Schmarotzer", schreibt Albrecht Dürer 1506 aus Italien.
In Arkadien war es wohl schon immer unproblematischer ein Künstler oder
Intellektueller zu sein. Nanni Moretti bezeugt dies in "Liebes Tagebuch"
schon durch die Selbstverständlichkeit, mit der er "von sich" erzählt, aus
seinem Lebenskreis, und durch die außerordentliche Freiheit, in der er das
tut. Er zeigt ein Panorama typischer Haltungen im Umkreis der Intelligenzia,
die je nachdem anrührend, lächerlich bigott oder zynisch erscheint. Manche
verschreiben sich dem (kulturellen oder politischen) Betrieb bedenkenlos,
andere haben ihm den Rücken gekehrt. Es ist keine wütenden Abrechnung, keine
grobe Karikatur. Moretti zeichnet die Figuren und Haltungen mit einer
diskreten, zugleich komischen und zärtlichen Unverbittertheit, die
einzigartig und bewegend ist. Dieser Film benutzt das Tagebuch als
Darstellungsform, um Ereignisse und Wahrnehmungen freier atmen zu
lassen.
"Wer zu seinem Tagebuch kommt, kommt zu sich selbst, und zur Welt." Nanni
Moretti erhielt für dieses Werk die Goldene Palme als bester Regisseur in
Cannes.
Davor ein Überraschungskurzfilm !
Gegenlicht Kino AG, zur Filmtage Hauptseite, 6.11.97 by Bertram