Die 5. Oldenburger Filmtage


Samstag, 22.11., 20.00 Uhr, Alhambra
RollenWechsel präsentiert:
Veranstaltung für Frauen

Flight


GB 1996, 74 min, VHS, OF
Regie: Alex Pillai
Drehbuch: Tanika Guptah,
Roshan Seth, Mina Anwar u.a.

Shika, die 17jährige Heldin des Films, muß fliehen: aus ihren Familienverhältnissen patriarchaler Unterdrückung ist sie unterwegs zu den durchaus auch nicht konfliktfreien aber solidarischen Frauenzusammenhängen eines Frauenhauses in London (wo sie in den Armen einer flotten Lesbe landet.) Shikas Familie war, wie viele indische Familien, in den 60er Jahren in den Norden Englands eingewandert, wo es Arbeitsplätze in der Baumwollindustrie gab. Die Einwanderer versuchen sich ihre kulturelle Identität zu erhalten, was sich auch darin ausdrückt, daß streng auf die voreheliche Keuschheit der Töchter geachtet wird. Unter dieser Überschrift unterliegen die Mädchen der Familie einer strengen Kontrolle ihrer Bewegungsfreiheit, und es wird von Shikas Vater als ein großes Zeichen des Vertauens in seine Tochter betrachtet, daß er ihr erlauben wird, nach der Schule auf die Universität zu gehen. Dann aber wird Shika in flagranti mit ihrem moslemischen Liebhaber erwischt, sie wird brutal bestraft, erhält Hausarrest und darf nicht mehr auf die Universität.

Endlich ist bei Shikas Mutter der Punkt erreicht, wo sie die Unterdrückung ihre Töchter nicht länger mehr mitanschaut. Sie steckt ihrer Tochter ihr heimlich erspartes Geld und eine Telefonnummer zu, die Shika dann auch anruft: Es ist die Nummer eines Frauenhauses für asiatische Frauen in London. Shika findet dort Zuflucht und Freundinnen (besonders eine!), wenn es auch eine Weile dauert, bis sie die (Überlebens)regeln dort versteht. Es fällt ihr aber auch schwer, von ihrer Familie und auch von ihrem Vater getrennt zu sein. Dieser versucht inzwischen auf seine Weise, Shika zurückzuholen. Er schickt einen Verwandten, der Taxifahrer ist, nach London, der mit Hilfe seiner Kollegen eine Suchaktion startet. Jetzt ist Shika wirklich in Gefahr, denn dieser Mann schreckt vor Gewalttätigkeit nicht zurück. Aber diesmal sind die Männer zu weit gegangen: die Geduld ihrer Frauen ist aufgebraucht, und am Ende des Films ist Shika, an der Seite ihrer neuen Freundin, wieder mit ihrer Mutter und ihrer Schwester vereint.

Wir hoffen zu den Filmtagen die Drehbuchautorin von Flight, das sie auf Grund ihrer Erfahrungen im Frauenhaus schrieb, nach Oldenburg locken zu können!


Gegenlicht Kino AG, zur Filmtage Hauptseite, 6.11.97 by Bertram